
Akteur:innen 2025
DO 11 WILLKOMMENS-TAG
10.00–22.00 Ankunft und Anmeldung Teilnehmende Tagungsbüro Villa Elisabeth
15.00–17.00 24 Stadtexkursionen Berlin, Potsdam – Treffpunkt jeweils vor Ort
17.45–18.30 Führung Zionskirche Dr. Jens Birnbaum (leitender Architekt) – Zionskirche
18.45–19.30 Eröffnungsgottesdienst Zionskirche
20.00–22.00 Willkommen in Berlin St. Elisabeth
FR 12 FACH-TAG
Zionskirche
8.00–9.30 Lieder ohne Worte Ankommen im Tag
9.30–11.00 Begrüßung
+ 3 Impulse Reiner Nagel, Sonja Beeck, Jörg Beste
11.30–12.30 Debatte 4 Dialog-Rückmeldungen Stadt–Land, Handwerk–Bauverein, Amt–Architekt,
Denkmalpflege-Kultur
> Trennung in 3 Gruppen anhand der Schwerpunktthemen
St. Elisabeth Humboldt-Universität Katholische Akademie
Teilhabe (kulturelle Bildung) Nutzungspartnerschaften Bedarfe und Realitäten
Expert:innengruppe Expert:innengruppe Expert:innengruppe
+ Stefan Rhein + Klaus-Martin Bresgott + Konstantin Manthey
14.00–15.00 Diskussion Perspektiven Diskussion Perspektiven Diskussion Perspektiven
15.30–17.30 8 Workshops 8 Workshops 8 Workshops
> gemeinsamer Abschluss
Villa und St. Elisabeth
19.30–19.45 Transformation saitenweise Benedikt Reidenbach (Gitarre)
19.45–20.30 Preisverleihung Stiftung KiBa Ralf Meister (Bischof und Vorsitzender der Stiftung KiBa)
20.30–22.30 Architecton (Victor Kossakovsky, 2024), alternativ Abendausklang beim Wein auf der Wiese
SA 13 INSPIRATIONS-TAG
Zionskirche
8.00–9.30 Lieder ohne Worte Ankommen im Tag
9.30–10.30 Begrüßung
+ Kurzbericht Thema 1: Teilhabe (kulturelle Bildung) Stefan Rhein (Expert:innengruppe)
+ Kurzbericht Thema 2: Nutzungspartnerschaften Nike Bätzner (Expert:innengruppe)
+ Kurzbericht Thema 3: Bedarfe und Realitäten Marina Wesner (Expert:innengruppe)
11.00–12.30 3 Impulse Zukunft: Bau, Soziologie, Kirche
Almut Grüntuch-Ernst, Anne Körs, Johannes Stückelberger
12.45–13.15 Abschlussandacht Johann Hinrich Claussen in Kooperation
mit Zentrum Predigtkultur (Lutherstadt Wittenberg)
Ex 1: Expressionistische Aufbrüche – St. Augustinus und Kirche Heilige Familie
Leitung: Pf. Dr. Michael Höhle, Barbara Sarnes-Schmidt und Michaela Lazinka-Paar
Die beiden katholischen Kirchen St. Augustinus und Kirche Heilige Familie am S-Bahn-
Ring an der Peripherie zwischen Prenzlauer Berg und Pankow sind exklusive Ort der
klassischen Moderne mit einer klaren theologisch-konzeptionellen Haltung, deren
Aufbruchsgedanke eindrücklich die 1920er-Jahre spiegelt. Josef Bachim (1881–1946) und
Heinrich Horvatin (1890–1970), Architekten von St. Augustinus (1928), stehen wie Carl
Kühn (1873–1942), Architekt der Kirche Heilige Familie (1930), für eine ausdrucksstarke
Verbindung von Tradition und Moderne, die vorgestellt und befragt wird.
Ex 2: Früher: Eliaskirche heute: MACHmit! Museum für Kinder
Leitung: Uta Rinklebe M.A., Direktorin des MACHmit! Museum für Kinder gGmbH
Die ehemalige Eliaskirche im Berliner Prenzlauer Berg ist im roten Backsteingewand und
der für Berlin typischen Art der Eingliederung des Baus in die Straßenflucht ein klassischer
Bau der Neogotik (1909/10 von Georg Dinklage und Ernst Paulus). 2001 wurde die
Kirche aufgegeben und für 75 Jahre an das »MACHmit! Museum für Kinder« verpachtet.
Der Berliner Architekt Klaus Bock hat 2003 mit dem Einbau zweier begehbarer
Holzregale einen neuen kreativen Ort geschaffen, der seinen Ursprung nicht leugnet.
Museumsleiterin Uta Rinklebe gibt Einblick in den Bau und die aktuelle Nutzung.
Ex 3: Die Kirchen der Siemensstadt
Leitung: Christian Fessel, Architekturvermittler und -fotograf
Mit dem Bau der Siemensstadt in Berlin Spandau hatte sich Siemens 1914 mit Hans
Hertlein (1881–1963) für einen gleichermaßen innovativen, wie pragmatischen Architekten
entschieden, der im Rückblick Industriebaugeschichte geschrieben hat. Neben seinen
großen Industriebauten hat er für die Siemensstadt auch zwei Kirchen entworfen: die
evangelische Christophoruskirche (1931) und die katholische Kirche St. Joseph (1935) –
beiden hat er ein spezifisches Gewand gegeben, das sich harmonisch in das Bauensemble
einfügt und im Innenraum vielfältige Nutzungskonzepte ermöglicht.
Ex 4: St. Thomas – Transformation für eine gemeinsame Zukunft
Leitung: Urs Füssler Dipl. Architekt ETH BDA, Masen Khattab Dipl.-Ing. Architekt,
Dr. Matthias Ludwig und Nicole Zahner Dipl.-Bauing.
1869 bildete St. Thomas das Zentrum einer der größten evangelischen Gemeinden
weltweit. Der zweitgrößte Sakralbau Berlins wurde im Krieg stark zerstört, aber
transformierend wieder aufgebaut, bis mit dem Mauerbau die Gemeinde 1961 in ihrer
Mitte entzweit und in der Folge die Kirche bis heute ihrer einstigen Bedeutung beraubt
wurde. Das Planungsteam Füssler Khattab Ludwig Zahner stellt das Projekt einer
erneuten Transformation vor, mit der St. Thomas an zentraler Stelle gegenwärtigen und
zukünftigen Anforderungen aus Kirche und Stadtgesellschaft gerecht werden kann.
24 Stadtexkursionen
11.9.2025: Willkommens-Tag 10
Ex 5: Vom Gefängnis zum Wohlfühlort: das Hotel Wilmina
Leitung: Prof. Almut Grüntuch-Ernst, Architektin BDA
Wie geht man mit dem 1896 von Adolf Brückner und Eduard Fürstenau als Strafgericht
mit Gefängnis errichteten Komplex um, der noch im Nationalsozialismus Ort der Gewalt
war? Sind solche Räume heil- und transformierbar? Grüntuch Ernst Architekten haben im
guten Glauben daran dem Gebäude eine neue Orientierung gegeben und 2022 dafür den
Deutschen Nachhaltigkeitspreis Architektur erhalten. Almut Grüntuch-Ernst führt durch
diesen einzigartigen architektonisch-dialektischen Ort und regt zum Nachdenken über
das Wesen von Gemeinschaft, Generationen und städtischen Gegensätzen an.
Ex 6: Radialsystem – vom Wasserwerk zum Kulturhotspot
Leitung: Matthias Mohr und Merit Vareschi
Das Radialsystem Berlin ist ein Kulturzentrum in Berlin-Friedrichshain. Es besteht aus
einem bis 1999 genutzten Abwasserpumpwerk, 1880 von Richard Tettenborn (1857–1923)
errichtet, und einem 2004 bis 2006 hinzugefügten neuen Gebäudeteil von Gerhard
Spangenberg (1940), der den Altbau einfasst und überbrückt. Getragen von der Radial
Stiftung, die vor allem modellhafte, genreübergreifende künstlerische Produktionen
fördert, ist die Radialsystem V GmbH, die die Hälfte des Jahresumsatzes selbst
erwirtschaften muss, einer der populärsten Kultur- und Veranstaltungsorte in Berlin.
Ex 7: Vom Ort des Glaubens zum Ort der Kunst: Galeriekirche St. Agnes
Leitung: Lea und Johann König, Galerist:innen
St. Agnes in Berlin-Kreuzberg, 1965 bis 1967 von Werner Düttmann (1921–1983) erbaut,
gilt als typisches Beispiel des Brutalismus. 2005 wurde die Kirche vom Erzbistum Berlin
aufgegeben. 2012 pachtete der Galerist Johann König die Kirche für 99 Jahre. Die Transformation
des Bauensembles erfolgte nach Plänen von Arno Brandlhuber, Markus Emde
und Thomas Burlon und wurde 2014 bis 2015 von Riegler Riewe Architekten und eins bis
neun Architekten ausgeführt. Der Umbau zeigt, wie Transformation gelingen kann, das
Gesicht des Gebäudes überzeugend gewahrt bleibt und neue Nutzung zum Mehrwert wird.
Ex 8: Ort der Erinnerung und der Versöhnung: die Versöhnungskapelle
Leitung: Esther Schabow M.A.
Auf dem Fundament der ehemals auf dem Mauer-Todesstreifen befindlichen historischen
Versöhnungskirche, 1892 im Stil der Neogotik von Gotthilf Ludwig Möckel (1838–1915)
errichtet und 1985 gesprengt, entstand nach Plänen von Peter Sassenroth und Rudolf
Reitermann durch Lehmbauer Martin Rauch die Versöhnungskapelle. Am 9. November
2000 wurde sie eingeweiht. Der ovale Kirchenraum, von Holzlamellen ummantelt, ist Teil
der Gedenkstätte Berliner Mauer, zentraler Erinnerungsort an die deutsche Teilung und
die Todesopfer an der Berliner Mauer und spirituelles Zentrum, in dem Gottesdienste
gefeiert werden.
24 Stadtexkursionen
11.9.2025: Willkommens-Tag 11
Ex 9: Offene Orte der Gemeinschaft – Gemeindezentren der DDR
Leitung: Prof. Dr. Karin G. Berkemann
In den 1980er Jahren genehmigte die DDR-Regierung eine begrenzte Zahl neuer christlicher
Kirchen – gegen Westgeld. Im Rahmen dieses Sonderbauprogramms entstanden
in Ost-Berlin gleich zwei bemerkenswerte Bauensembles: das zeltförmige, evangelische
Gemeindezentrum Am Fennpfuhl (1984) nach Plänen von Horst Göbel, und die expressive,
katholische Heilig-Kreuz-Kirche (1988). Beide sind geprägt durch das Werk des Bildhauers
Friedrich Press (1904–1990) – vom hölzernen, lächelnden Jesus im Kreis seiner Jünger am
Fennpfuhl bis zum monumentalen Backsteinkreuz als Glockenturm von Heilig Kreuz.
Ex 10: Lernort der Demokratie mit ambivalenter Geschichte – Garnisonkirche Potsdam
Leitung: Peter Leinemann, Verwaltungsvorstand Stiftung Garnisonkirche Potsdam
Die Garnisonkirche Potsdam, 1730 bis 1735 von Philipp Gerlach (1679–1748) errichtet und
bedeutendes Bauwerk des norddeutschen Barocks, galt als ein Wahrzeichen Potsdams.
In ihrer Geschichte war sie Abbild von Krieg und Frieden, Diktatur und Demo kratie,
Schrecken und Schönheit. Die Kirche wurde 1945 zerstört, die Überreste 1968 gesprengt.
Der Wiederaufbau des Turmes seit 2017 und die Wiedereröffnung 2024 werden sehr
ambivalent diskutiert. Heute wird die Garnisonkirche als Ort ideeller Trans formation
genutzt – ein Ort der Erinnerung in der Auseinandersetzung um Frieden und Demokratie.
Ex 11: Karl Friedrich Schinkel – der Architekt der Vielseitigkeit
Leitung: Dr. Irina Rockel und Prof. Hartmut Stechow
Die Traditionslinie berühmter berlin-brandenburgischer Architekten setzt mit einem ihrer
bedeutendsten ein: Karl Friedrich Schinkel (1781–1841). Niemand hat in der Mitte Berlins
so nachhaltig seine Handschrift hinterlassen wie er. Im Mittelpunkt stehen die Neue
Wache Unter den Linden (1815), die Friedrichswerdersche Kirche (1824) und die legendäre
Bauakademie (1835) am Werderschen Markt sowie das Schauspielhaus/Konzerthaus
auf dem Gendarmenmarkt (1821). Sie sind Abbild der Vielseitigkeit Schinkels sowohl im
Mahn- und Erinnerungsbau als auch im Kirchen- und Theater- und Hochschulbau.
Ex 12: St.-Hedwigs-Kathedrale
Leitung: Dompropst Prälat Tobias Przytarski mit Roland Metzler und Therese von Hesler
Die St.-Hedwigs-Kathedrale, 1747 bis 1773 nach Plänen von Georg Wenzeslaus von
Knobelsdorff (1699–1753) als Rundbau im Stil des Friderizianischen Rokoko erbaut, ist die
katholische Bischofskirche Berlins. Sie wurde 1952 bis 1963 von Hans Schippert (1899–
1973) wieder aufgebaut, 2018 bis 2024 mit dem neuen Altar von Leo Zogmayer (*1949)
umgebaut. Dieser Umbau hielt Gerichte und Politik in Atem. Nun erstrahlt das katholische
Gotteshaus in neuem Glanz. Der Umbau wird die Glaubenspraxis verändern. War die
radikale Umgestaltung Wagnis, Fehler oder geniale Anpassung an die neue Zeit?
24 Stadtexkursionen
11.9.2025: Willkommens-Tag 12
Ex 13: St. Adalbert Berlin-Mitte – versteckt und vergessen?
Leitung: Dr. Konstantin Manthey, Berliner Kirchenbauforum
an der Katholischen Akademie in Berlin
Die 1934 dem Patron Preußens geweihte Kirche von Clemens Holzmeister (1886–1983),
ein beeindruckender Bau des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit, entstand
auf dem Grund einer ehemaligen Fabrik und steht heute auf einem Hinterhof – nur die
südliche Giebelfront, plan in die Straßenfront der Fahrradstraße Linienstraße eingepasst,
ist öffentlich sichtbar und spricht – gegenüber der Volkshochschule von Ludwig Hoffmann
(1852–1932) – wie aus einer anderen Zeit. Welchen Platz kann der besondere Bau in der
neu formierten und fusionierten Pfarrei Bernhard Lichtenberg einnehmen?
Ex 14: Centrum Judaicum
Leitung: Dr. Silvia Cresti
Die Neue Synagoge, mit 3.200 Plätzen einst größtes jüdisches Gotteshaus Deutschlands,
ist ein bedeutender Ort des Erinnerns und Vermittelns jüdischer Kultur. Der Bau, 1859
bis 1866 als ein Hauptwerk des orientalisierenden Historismus von Eduard Knoblauch
(1801–1865) und August Stüler (1800–1865) errichtet und nach Kriegszerstörung teilweise
rekonstruiert, bietet heute wieder Raum für Gottesdienste und Veranstaltungen. Was hat
Moses Mendelssohn mit der Synagoge zu tun? Wie hat sie das Novemberpogrom 1938
überstanden? Was bedeutete es damals und heute, Jude in Deutschland zu sein?
Ex 15: Maria Martyrum und Gedenkkirche Plötzensee
Leitung: Thomas M. Krüger, Architekt BDA, und Pf. Michael Maillard
Die demonstrativ blockhaft wirkende Kirche Maria Martyrum (1963), nahe dem Gefängnis
Plötzensee, das 1933 bis 1945 Hinrichtungsstätte für 2.891 Menschen war, ist einer der
wichtigsten Bauten im Stil des Brutalismus von Hans Schädel (1910-1996) und vereint
mehrere Funktionen: Mahnmal, Gedenkstätte und Gemeindekirche – eine Kirchenanlage,
die als Prozess angelegt ist. Neben ihr findet sich das Evangelische Gemeindezentrum
Plötzensee mit der Gedenkkirche (1970) von Dietmar Grötzebach, Gerd Neumann und
Günter Plessow mit dem Plötzenseer Totentanz von Alfred Hrdlicka. Beide Bauten eint
eine Aufgabe.
Ex 16: Brandenburgische Baugeschichte – die Kirchenlandschaft Potsdams
Leitung: Joris Hunold, Johanna Wemhoff und Gereon Wemhoff,
Evangelisches Gymnasiums Potsdam-Hermannswerder
Die Kirchenlandschaft der Landeshauptstadt Potsdam ist von den preußischen
Königen geprägt, die zwischen Toleranzedikt und Gottesgnadentum verschiedene
Modelle monarchischer Beteiligung und Unterstützung gewährten und dabei mit Georg
Wenzeslaus von Knobelsdorff (1699–1753), Karl Friedrich Schinkel (1781–1841) und seinen
Schülern Ludwig Persius (1803–1845) und Friedrich August Stüler (1800–1855) immer
exzellente, epochenprägende Architekten an ihrer Seite hatten. Mit St. Peter und Paul, der
Nikolaikirche und der Friedenskirche werden drei besondere Kirchen vorgestellt.
24 Stadtexkursionen
11.9.2025: Willkommens-Tag 13
Ex 17: Die Kirchen der Interbau im Hansaviertel – St. Ansgar und
Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche
Leitung: Gabriele Cocozza, Bürgerverein Hansaviertel e.V.
Die St.-Ansgar-Kirche, 1957 von Willy Kreuer (1910–1984) errichtet, ist einer der
Sonderbauten der Internationale Bauausstellung Interbau 1957 im Hansaviertel.
Entscheidend für den Grundriss ist die Form der Parabel. Die evangelische
Schwesterkirche Kaiser-Friedrich-Gedächtniskirche mit dem Glasornament »Sieg des
Lichts« von Georg Meistermann (1911–1990) entstand zeitgleich im selben Kontext
als Werk von Senatsbaudirektor Ludwig Lemmer (1891–1983). Beide Kirchen spiegeln
den Aufbruch Westberlins in den 1950er Jahren und dokumentieren das Form- und
Materialverständnis der Zeit.
Ex 18: Kulturforum St. Matthäus
Leitung: Anne-Catherine Jüdes und Pf. Hannes Langbein
Die Kunst- und Kulturstiftung St. Matthäus ist die Kunst- und Kulturstiftung der Evangelischen
Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Ihr Hauptwir kungsort
ist die St. Matthäus-Kirche, entworfen von Friedrich August Stüler (1800–1865). Sie
steht im Kulturforum, umgeben von bedeutender Kunst und Bauten des 20. Jahrhunderts:
der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe, der Philharmonie und der Neuen
Staatsbibliothek von Hans Scharoun, der Gemäldegalerie und dem Kupferstichkabinett
von Hilmer und Sattler. Wie ist sie hier integriert? Wie kann sie sich behaupten?
Ex 19: Kreuzberg und seine Gotteshäuser – eine Topografie
Leitung: Dr. Marina Wesner, Architektin
Der zentrale Berliner Bezirk Kreuzberg hat noch immer eine sehr hohe Kirchendichte,
die sich gut erlaufen lässt. Während des Erkundungsspaziergangs wird sichtbar, wie
Sakralbauten als prägende Ortsmarken des Stadtbildes errichtet wurden. Beziehungen
der Gebäude untereinander werden deutlich. Dabei öffnet die Geschichte der
Bauten gleichzeitig ein Fenster in die Stadtgeschichte, die Sozialgeschichte und die
Religionsgeschichte vor Ort. Diese Wechselwirkungen sind es, die im Rahmen von (Um-)
Nutzungsüberlegungen, Gemeindefusionen und -entwicklungen wichtige Anhaltspunkte
geben können.
Ex 20: Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche – lebendige Geschichte und Gegenwart
Leitung: Katharina Schröter-Vastano, Baureferentin, und Pf. Martin Germer
Die 1895 geweihte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, ein neoromanischer Bau von Franz
Schwechten (1841–1924) wurde bis auf das Turmsegment zerstört – Egon Eiermann
(1904–1970) oblag es, einen Ort zu schaffen, der das Gedächtnis auf neue Art und Weise
in den Bau integriert und für die Gegenwart lebendig macht. Mit dem gerasterten,
oktogonalen Kirchenschiff, eingefasst von 20.000 blaufarbigen Glasfenstern von Gabriel
Loire (1904–1996), und der schwebenden Christusfigur von Karl Hemmeter (1904–1986)
ist das gelungen. Die Kirche ist Publikumsmagnet und spirituelles Zentrum zugleich.
24 Stadtexkursionen
11.9.2025: Willkommens-Tag 14
Ex 21: Stephanuskirche Berlin-Gesundbrunnen – auf dem Weg zu neuer Lebendigkeit
Leitung: Pfarrerin Johanna Hestermann
Die Stephanuskirche im Soldiner Kiez im Stadtteil Gesundbrunnen ist eine markante
Eckbebauung im Stil der Neogotik von Adolf Bürckner (1846–1932), seinerzeit Mitarbeiter
der Kirchenbau-Abteilung im preußischen Kultusministerium. Der 76 Meter hohe Turm ist
ein weithin sichtbares Wahrzeichen des Viertels. Ab 2025 wird das denkmalgeschützte
Gebäude saniert und im Hinblick auf eine erweiterte Nutzung neu konzeptioniert. Für die
Kirche soll ein neuer Träger gefunden und die bisherige Nutzung für soziale Zwecke sowie
Kunst und Kultur geöffnet werden. Wie kann das gelingen?
Ex 22: Heilig-Kreuz-Kirche – offene Kirche für die Stadt mit besonderem Konzept
Leitung: Dipl.-Ing. Herbert Rebel und Pfarrerin Dörthe Gülzow
Die Heilig-Kreuz-Kirche mit dem markanten Vierungsturm wurde 1885 bis 1888 von
Johannes Otzen (1839–1911) als neogotischer Bau errichtet. In den 1990er Jahren wurde
sie von der Architektengruppe am Wassertorplatz (Heinrich Burchard, Uwe Evers,
Wolfgang Göschel, Herbert Rebel, Joachim von Rosenberg) umfassend umgebaut:
Der Gottesdienstraum kann für Veranstaltungen genutzt werden, daneben entstanden
Büroräume und ein Café. Die Gemeinde engagiert sich für Arme und Geflüchtete und neue
Gottesdienstkonzepte. Sind die verschiedenen Nutzungen miteinander kompatibel? Ist
das Konzept aufgegangen?
Ex 23: Genezarethkirche – Kirchenraum neu aufgeschlossen
Leitung: Pf. Moritz Kulenkampff und Nehemia Turban (studio karussell)
Die 1905 geweihte Genezarethkirche ist ein am Eisenacher Regulativ orientierter
Bau von Franz Schwechten (1841–1924), der wenige Jahre zuvor die Kaiser-Wilhelm-
Gedächtniskirche errichtet hatte. 2002 schuf Anna Franziska Schwarzbach (*1949) ein
eindrückliches Kruzifix für diese Kirche. 2021 gestaltete das Berliner studio karussell die
Kirche um. Ziel war es, den Kirchraum zum Kiezmittelpunkt zu machen. Mit geringem
Budget kamen neue Farben, Stoffe und leichte Einbauten zum Einsatz und ermöglichen
heute neben Gottesdiensten genauso Dinnerpartys, Konzerte und andere kulturelle
Veranstaltungen. Das funktioniert?!
Ex 24: Campus Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg – auf dem Weg zur neuen Mitte
Leitung: Ajna Nickau (Ev. Immobilienwerk) und Superintendent Michael Raddatz
Der Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg besteht aus 15 sehr unterschiedlichen
Ortsgemeinden und einer virtuellen Gemeinde mit verschiedenen Schwerpunkten
und Aufgaben. Der Campus des Kirchenkreises – 1965/66 nach einem Entwurf von
Ewald Bubner (1932–2021) errichtet – soll im Werkstattverfahren zur »neuen Mitte
Tempelhof« entwickelt und angepasst werden. Wie lässt sich das in der Verantwortung
für den Bestand und mit Blick in die Zukunft praktisch realisieren? Vor dem Hintergrund
notwendiger Wirtschaftlichkeit stehen Gegebenheiten und Ideen auf dem Prüfstand.













