Anmeldung und Registrierung für den 30. Evangelischen Kirchbautag

Zur Anmeldung

Workshops

Samstag, 10. September 2022, 9:30-12:00 Uhr

Im Rahmen des Kirchbautages laden Expert:innen und kundige Gemeindemitglieder zu verschiedenen praxisbezogenen Workshops ein. Suchen Sie sich bei der Anmeldung bitte einen Workshop (WS) Ihrer Wahl aus.

© Martina Hanke

WS 1 Baustelle Theologie – Werkzeugkasten Architektur?

Präsentation und Diskussion der Ergebnisse und Entwürfe zur Umgestaltung der Friedenskirche Worringen (1961) aus einer gemeinsamen Lehrveranstaltung von Studierenden der Architektur und der Theologie der Universitäten Wuppertal und Bonn – Im Rahmen des Workshops präsentieren die Studierenden das Ergebnis eines Semesters gemeinsamen Austauschs anhand architektonischer Entwürfe zur Umgestaltung der Friedenskirche Worringen sowie räumlich dargestellter theologischer Konzepte von Kirche, Gemeinde und Gottesdienst. Den Workshopteilnehmenden soll die Möglichkeit gegeben werden, mit den Studierenden und Dozierenden ins Gespräch zu kommen und zu diskutieren sowie die Entwürfe zu erkunden und virtuell eigene Raumeindrücke zu erproben.

Leitung: Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Ulrich Königs (Bergische Universität Wuppertal), Daniel Rossa (Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)

Treffpunkt: wird bekannt gegeben

© Kirchenkreis Essen – Alexandra Roth

WS 2 Künstlerische Impulse für den Kirchenraum

Im Herbst 2021 hat Dorothee Bielfeld in Essen-Kettwig die denkmalgeschützte Evangelische Kirche am Markt wachgerüttelt und dabei viel Staub aufgewirbelt. Sie hat einen dynamischen Raum im Zentrum der Kirche erschaffen, der die starre Ordnung aufbricht und zur Kommunikation einlädt. Sie berichtet über den Entwurfsprozess, die einzelnen Schritte auf dem Weg zur Realisierung und die Begegnungen mit der Gemeinde. In der Immanuelkirche in Köln-Longerich stellt Dorothee Bielfeld ihre aktuelle Arbeit »spielraumaltar« vor, die extra für diesen Raum konzipiert wurde. Die Teilnehmenden entwickeln weitere Visionen für den Raum und erproben diese mit dem »spielraumaltar« und am Modell. Die gemeinsame Diskussion gibt Impulse für Kirchen im Aufbruch.

Leitung: Dorothee Bielfeld (Bildhauerin und Architektin, Bochum)

Treffpunkt: Immanuelkirche Köln-Longerich, Paul-Humburg-Straße 7, 50737 Köln

© EKiR – Sergej Lepke

WS 3 Der Architekturpreis der EKiR als Beispiel für die Umsetzung von »Mut baut Zukunft«

Seit zehn Jahren verleiht die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) für die Bauprojekte ihrer Gemeinden regelmäßig einen Architekturpreis in folgenden drei Kategorien: Kirchenumgestaltung, Neubau Gemeindehaus und Künstlerische Gestaltung. Der Preis will das besondere Engagement der Gemeinden als Bauherrinnen würdigen, die Qualität ihrer Gebäude auszeichnen und wertschätzen. In diesem Workshop sollen in einer Ausstellung die Preisträger der letzten Jahre vorgestellt werden. Im Hinblick auf die Entstehung des Architekturpreises soll außerdem die Motivation der Kirchenleitung dazu erläutert werden. Der Workshop möchte die Teilnehmenden zur Aufnahme ähnlicher Verfahren in anderen Landeskirchen und Bistümern ermutigen.

Leitung: Ilka Gebauer, Gernot Bräker (Bauberatung EKiR und Gemeinde), Architektin Gabriele Salberg, Baukirchmeister Rudolf Thieme

Treffpunkt: DOMFORUM, Kleiner Saal, 5. OG, Domkloster 3, 50667 Köln

© Kreuzeskirche Essen

WS 4 Neuer Wind in alten Mauern. Erfolgreiche Modelle der Partnerschaft mit Unternehmern

Kirchengebäude haben eine starke Symbolkraft – oft sind sie Mitte und Orientierungspunkt im vielfachen Sinn: als geografische und ideelle Markierung, als Wahrzeichen von Heimat und Glaube. Wie schön, wenn es gelingt, dass sie diese Bezugspunkte wahren können, auch wenn die ursprüngliche gottesdienstliche Nutzung nicht mehr im Vordergrund steht. Aber auch wie herausfordernd, neue Konzepte, Ideen und Prägungen mutig und gleichsam wertschätzend in Einklang zu bringen mit den Glaubensaussagen der Architektur. Anhand eines Beispiels aus Essen sollen hier Chancen, Risiken und Herausforderungen einer Partnerschaft von Kirche und kreativen Köpfen beleuchtet werden, die dem Bedürfnis nach Stetigkeit und Geborgenheit mit tätiger Lebendigkeit begegnen.

Leitung: Antje Hieronimus (Dezernat Kirchenkreise, EKiR), n.n.

Treffpunkt: wird bekannt gegeben

© Kath. Kirchengemeinde St. Nikolaus – Christoph Tebbe

WS 5 Erfolgsgeschichte Ökumenische Partnerschaften

Wie gelingt die gemeinsame Nutzung von (Kirchen)-räumen? Statt Gebäude aufzugeben, lassen sie sich in Kooperation mit Gemeinden anderer Konfession weiternutzen. Einige evangelische und katholische Gemeinden nutzen gemeinsam Gebäude und erleben im Alltag neue Wege der Zusammenarbeit, Arbeitsteilung und Stellvertretung. Dabei machen sie unterschiedliche Erfahrungen. Ein katholisch-evangelisches Moderator:innen-Trio lädt ein, angesichts schwindender Ressourcen mehr über eine vertiefte ökumenische Zusammenarbeit durch die gemeinsame Nutzung von Gebäuden nachzudenken. Dazu gibt es Hintergründe, Erfahrungen und praktische Tipps. Es werden sowohl theologische als auch praktische, baufachliche, gestalterische und rechtliche Fragen behandelt.

Leitung: Marcus Schaefer (Dezernat Ökumene, EKiR), Cornelia Böhm (Dezernat Kirchenkreise, EKiR), Diözesanbaumeister Thomas Tebruck

Treffpunkt: wird bekannt gegeben

© Michael Rasche

WS 6 Prozesswege – Umnutzungskonzepte für Kirchengebäude und ihre Quartiere

Außer Dienst gestellte Kirchen zu erhalten kann durch neue oder erweiterte Nutzungen erreicht werden. Die dafür oft notwendigen baulichen Anpassungen bedingen einen Prozess, der vorab aller konkreten Planungen erfolgen muss. Wesentlich dafür sind visionäre Zukunftspotentiale der bisherigen architektonischen, kirchengemeindlichen und sozialräumlichen Entwicklungspfade der Kirche. Der Workshop bietet Einblicke in das von Baukultur NRW initiierte Projekt »Zukunft – Kirchen – Räume. Kirchengebäude erhalten, anpassen und umnutzen« und das Unterstützungsprogramm »Zukunftskonzept Kirchenräume«. Ein Augenmerk liegt auf der Lukaskirche in Köln-Porz. Pfarrer Dr. Theobold berichtet von Erfahrungen und Ergebnissen des begleiteten Prozesses.

Leitung: Esther Heckmann (Baukultur NRW), Pfarrer Dr. Theobold (Ev. Kirchengemeinde Porz)

Treffpunkt: wird bekannt gegeben

© Joerg Beste

WS 7 Soziale Präsenz im Quartier

Gemeinwesendiakonie und Quartiersentwicklung als Chancen für neue Entwicklungen von Gemeindegebäuden. In vielen Kirchengemeinden stellen sich heute Fragen zum nötigen neuen Umgang mit Gemeindestandorten und ihren Kirchen, Gemeindehäusern und Pfarrhäusern. Offenbart sich hinter der Klage über zahlenmäßigen Substanzverlust die größere Chance, wieder mehr in das öffentliche Leben eingebunden und integrativer Bestandteil dessen zu sein?  Stecken in den Zwängen zu Veränderungen auch Chancen, beispielsweise mit neuen Partnerschaften eine stärkere Präsenz im Quartier zu erreichen und es so in seiner sozialen Entwicklung mitzugestalten? Diskutiert werden Möglichkeiten und Potentiale anhand der Beispiele Köln-Buchforst und Köln-Chorweiler.

Leitung: Jörg Beste (Büro synergon), Elisabeth Selter-Chow (Diakonie RWL), Mirjam Steinhard (Zentrum Gemeinde und Kirchenentwicklung der EKiR)

Treffpunkt: wird bekannt gegeben

© Unsplash

WS 8 Kommt Kirche ohne Räume aus?

Neue Gemeindeformen in Erprobungsräumen anhand konkreter Beispiele: Die beymeister, Interkulturelle Gemeinschaft Wuppertal, Digital Church lab. Wo braucht Kirche Raum? Was macht den Raum zur Kirche? Und wo finden wir im Sozialraum, im Viertel, im Quartier heilige Orte? In diesem Workshop werden Beispiele von Kirche (fast) ohne Raum gezeigt.  Wenn wir die Entstehung von Gemeinden und Gemeinschaft ernstnehmen, stehen Fragen nach dem, was trägt, stärkt und zusammenhält an erster Stelle. Das kann in Verbindung mit einem Kirchraum, einem Ladenlokal oder einer Holzhütte im Wald sein – oder aber gänzlich anderen, unvermuteten Orten. Wir nähern uns dem Thema Raum, in dem wir uns das andere »Baumaterial« anschauen, das die Menschen zusammenführt.

Leitung: Rebecca John-Klug, Johanna Kalinna (Projekt Erprobungsräume, Wuppertal)

Treffpunkt: wird bekannt gegeben

© ASG – Constantin Meyer

WS 9 Wohnungsbau finanziert Kirche

Kirchengemeinden verfügen oftmals auch über Liegenschaften, die keiner Nutzung mehr obliegen und für die Erfüllung der ureigenen Aufgaben der Kirche nicht mehr benötigt werden. Für sie stellt sich die Frage der zukünftigen Nutzung und / oder sinnvollen Verwertung, verbunden mit dem notwendigen Ziel, damit auch einen Beitrag zur Finanzierung von Kirche zu leisten und dadurch wesentliche Aufgaben kirchlicher Arbeit und kirchlichen Handelns sinnvoll zu unterstützen. In diesem Workshop werden an verschiedenen Beispielen die Möglichkeiten und Modelle konkreter Umsetzungen aufgezeigt. Dabei werden unterschiedliche Konzepte erläutert sowie Chancen und Risiken dargestellt, die gemeinsam vertieft und diskutiert werden können.

Leitung: Guido Stephan, Michael Kress (Antoniter Siedlungsgesellschaft Köln), Carsten Pierburg (Bank für Kirche und Diakonie)

Treffpunkt: Trinitatiskirche, kleiner Tagungssaal, 1.OG, Filzengraben 6, 50676 Köln

© Prinzmetal

WS 10 Vom Spiel zur gebauten Form – Kirchenbau von A-Z

Kirchenbau ist heute weit mehr als Sanierung oder Erweiterung bestehender Bauten. Wir verstehen ihn als Prozess, der sich mit komplexen Themen befasst und nach dem Umbau in gleicher Weise fortsetzt. Im ersten Teil des Workshops stehen Einblicke in den Umbau der Martinskirche (Stuttgart) – ein zehnjähriger partizipativer Prozess, zu dem alle eingeladen waren, um den Kirchenraum (neu) zu gestalten. Aus diesem Prozess heraus hat sich ein Katalog an Themen – von Aneignung bis Zufall – entwickelt, welche uns im Umgang mit Kirchen immer wieder begleiten. Der zweite Teil lädt ein, sich mit jeweils einem Thema auseinanderzusetzen und auszutauschen, sowie eigenen Erfahrungen aus anstehenden, laufenden oder abgeschlossenen Projekten einzubringen.

Leitung: Aaron Werbick, Gerald Klahr (Studio Prinzmetal, Köln)

Treffpunkt: wird bekannt gegeben

© Matthias Koss

WS 11 Erfolgsgeschichte AntoniterQuartier – von der Idee bis zur gelungenen Umsetzung

Kirche kann viel – aber kann sie auch bauen? Lange wurde überlegt, lange geplant, endlich gebaut und am Ende wurde alles gut?! Dieser Workshop stellt die Frage, warum das Bauprojekt AntoniterQuartier (trint + kreuder d.n.a. architekten, 2018–2020) so erfolgreich wurde. Das Bauensemble, das aus einem Kirchplatz für die Antoniterkirche, einem hochmodernen Citykirchenzentrum und vielfältigen weiteren Nutzungsmöglichkeiten unter anderem für Handel, Gastronomie, Dienstleistung und Wohnen besteht, muss inmitten vieler Angebote der Kölner Innenstadt tagtäglich bestehen – und es gelingt. Die Genese des gesamten Projekts wird in einem umfassenden Überblick vorgestellt – von der Planung, über den Architektenwettbewerb bis zur Realisierung.

Leitung: Pfarrer Markus Herzberg

Treffpunkt: Antoniterquartier, Antonius-Saal I, 1.OG, Antoniterstraße 14-16, 50667 Köln

© Lepel&Lepel

WS 12 Prinzipalien Raum Identiät – wie im Dialog Neues entsteht

Anhand vielfältiger Projektbeispiele werden hier die Grundlagen für eine erfolgreiche Um- und Neugestaltung von Gottesdiensträumen gezeigt und beispielhaft dargestellt, wie präzise formulierte liturgische Anforderungen das Endergebnis beeinflussen können. Was braucht welchen Raum? Wie werden Gemeinden zu sprachfähigen Partnern für kreative Beteiligte? Was macht diese Sprachfähigkeit aus? Welche Wünsche sind wesentliche Grundbedürfnisse? Wieviel Tradition brauchen wir? Wieviel engt uns ein? Was hat der aktive Dialog für einen Einfluss auf das Ergebnis? Wem soll was gefallen? Wie viel Kompromiss verträgt eine gute Entscheidung? Fragen werden gestellt und sind willkommen – und werden gemeinsam diskutiert.

Leitung: Monika Lepel (Innenarchitektin, LEPEL & LEPEL, Köln)

Treffpunkt: Tersteegenhaus, großer Kirchsaal, 1.Obergeschoss, Emmastraße 6, 50937 Köln

© Oliver Conzelmann

WS 13 Architekturwettbewerbe als Möglichkeit einer partizipativen Ideenfindung

Mit der Idee zu einem neuen Bauvorhaben beginnt der aufwändige Planungsprozess in der Kirchengemeinde. Wichtig ist, den Architekturwettbewerb als Bestandteil des Planungsprozesses frühzeitig mitzudenken. Die Formulierung der Auslobung des Wettbewerbs kann als partizipativer Prozess gestaltet werden, an dem verschiedene Parteien mitwirken, und kann so die verschiedenen Interessensgruppen an einem kirchlichen Bauvorhaben erfolgreich miteinander vereinen. Gleichwohl dient er als gutes Instrument für die Projektleitung und zur Steuerung des gesamten Neubauplanungsprozesses. In diesem Workshop wird dieser Prozess an dem Beispiel des 2017 entstandenen Evangelischen Gemeindehauses in Altenessen-Karnap erläutert und dargestellt.

Leitung: Pfarrerin Ellen Kiener, Oliver Conzelmann (Bauberatung EKiR, Düsseldorf)

Treffpunkt: DOMFORUM, großer Saal, 5.OG, Domkloster 3, 50667 Köln

© Kulturbüro der EKD – Ralf Klöden

WS 14 Kirchen vermitteln³

Kirchen verstehen sich nicht mehr von selbst. Ihre Inhalte und ihre symbolische und architektonische Gestalt müssen neu vermittelt werden. Das gilt für alten Kirchen ebenso wie für moderne Sakralbauten. Der über historische Fakten weit hinausgehende Gehalt alter Kirchen ist wie die sakral-säkulare Kühnheit der Moderne oft eine Überforderung im Wahrnehmen und Begreifen. Wenn wir unsere Räume neu verstehen, neu nutzen und zukunftsfähig machen wollen, brauchen wir fachliche Kompetenz, neues Sehen lernen und ein neues Verständnis, das sich der Geheimnisse der Räume annimmt, den aktiven Umgang mit ihnen befördert und neue praktikable Formen findet, die die Menschen vor Ort beteiligt, bei Außenstehenden Neugier weckt – und allen Freude bereitet.

Leitung: Prof. Dr. Johann Hinrich Claussen, Klaus-Martin Bresgott, Josephine Paetzel (Kulturbüro der EKD, Berlin)

Treffpunkt: wird bekannt gegeben

© Birgit Franz

WS 15 Dorfkirchenvision FriedO hybrid. Regional zusammenarbeiten und teilen

Es braucht Lust und Energie, wenn sich 15 Kirchengemeinden (pro)aktiv und freiwillig zusammenschließen, um ihre 20 Dorfkirchen gemeinsam und durch erweiterte Nutzungen in die Zukunft zu führen. Dazu haben Studierende Befragungen durchgeführt, Ideen gesammelt, visioniert und zur Diskussion gestellt. Im Dorf gemeinsam, in einem sich ergänzenden Selbstverständnis zu agieren, den Ideen junger Menschen nachzugehen, Standpunkte zu reflektieren, eine offene Beteiligungskultur aufzubauen, sind dabei zentrale Themen – ein gemeinschaftliches Projekt der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst – Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) und der Arbeitsgemeinschaft evangelischer Kirchen in der Region Friedland-Obernjesa (FriedO), in Zusammenarbeit mit Gerald Klahr (Prinzmetal) und Steven Koop (OED Office for Emotional Design).

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Birgit Franz (Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst), Moritz Flechtner, Dagmar Henze, Georg Maybaum, Sonja Tinney

Treffpunkt: wird bekannt gegeben

© EKiR – Dr. Sophie Sümmermann

WS 16 RUACH.Atem.Wind.Geist – ein Kunstprojekt der Evangelischen Kirche im Rheinland 2022

2022 führt die EKiR mit fünf Künstler:innen das Kunstprojekt »RUACH.Atem.Wind.Geist« durch. Alle Exponate sind »in situ« geplant und wurden für einen bestimmten Kirchenraum konzipiert. Die Kunstwerke akzentuieren unterschiedliche Aspekte eines Verständnisses von Geist: Es geht um Wind, um Atem, um die Sprache, um das Licht und das Verständnis von Leben. Die vielfältigen Spannungsmomente zwischen Kunstwerken und kirchlichen Räumen kommen zur Geltung. Unterstützen sich beide in der Ausdruckskraft, bilden sie gegenseitig ein erweitertes Verständnis ab? Wie verhalten sich religiöse Aussageabsicht und autonome Ausdruckskraft? Welchen Bezug nehmen sie auf die Wirklichkeit, aus der heraus Besucher:innen den Kirchenraum betreten?

Leitung: Johanne Reich (Künstlerin, Köln), Dr. Frank Vogelsang (Evangelische Akademie im Rheinland)

Treffpunkt: Christuskirche, Kirchenraum, Dorothee-Sölle-Platz 1, 50672 Köln

© Barbara Schlei

WS 17 Sakraler Raum oder Gemeinschaftsort  wie wandeln sich kirchliche Räume?

Mit der Wandlung der Institution Kirche und Verzahnung theologischer und architektonischer Fragestellungen verändern sich sakrale Räume, mit ihnen die sakrale Baukunst selbst. Dazu gehört das offene Miteinander aller Akteur:innen einer Gemeinde. Die Gebäude selbst – Kirchen wie Gemeindehäuser – müssen vielfältige Nutzungen und räumlichen Überlagerungen ermöglichen. Dies ist ein wichtiges baukulturelles Anliegen und eine große Herausforderung – für die betroffenen Kirchengemeinden, wie für die Gesellschaft als Ganzes. Was muss Kirche in Zukunft räumlich bereithalten, um als offene Begegnungsstätte und als Gotteshaus zu funktionieren? Wie bleibt der sakrale Raumeindruck ablesbar? Ist alles gemeinsam ein Widerspruch – oder nicht?

Leitung: Ragnhild Klußmann (BDA Köln / BDA NRW)

Treffpunkt: Kirche Johannes XXIII., Berrenrather Straße 127, 50937 Köln

© Stefan Schilling

WS 18 Orgelneubau

Gelingende Zusammenarbeit zwischen Orgelbauwerkstatt, Architekt und Gemeinde?! Der Orgelprospekt ist sowohl wesentlicher Teil des Instrumentes als auch wesentlich für die ästhetische Wirkung des ganzen Kirchenraumes. Seine Gestaltung kann nur gelingen, wenn Orgelbauwerkstatt, Architektenteam und Gemeinde eine gelingende Kommunikation anstreben und sich auf eine Kooperation einlassen, die musikalische, architektonische und gemeindliche Aspekte respektvoll miteinander verbindet. Am Beispiel der Evangelischen Heilandskirche (1955) in Bad-Godesberg, einem Spätwerk Otto Bartnings (1883–1959), soll dieser nicht immer selbstverständliche, gemeinsame Gestaltungsprozess beispielhaft erläutert und diskutiert werden.

Leitung: Tilmann Späth (Freiburger Orgelbau Hartig und Tilmann Späth, OHG), Annette Paul (Lorber Paul Architekten, Köln)

Treffpunkt: wird bekannt gegeben

© Christoph Stein

WS 19 Kirche neu denken – Wandel mutig im Team gestalten

Partizipation und Teambuilding sind Primärtugenden in Veränderungsprozessen, die diese wesentlich unterstützen und lenken können, Kreativität und Ideen freisetzen, Verantwortung bündeln und teilen. Sich neu erfinden – aber wie? Kreativität entfachen, Ziele entdecken, ins Handeln kommen, Abschiede gestalten, Erreichtes feiern, im Prozess bleiben – all das passiert nicht einfach so und ist kein Zufall. Wandel ist eine Gestaltungsaufgabe! Am besten spielerisch – dem Ernst der Lage angemessen – mit Übungen, im Austausch und mit innovativen Ideen zur Umsetzung. Im Workshop werden Ansätze partizipatorischen Bauens und Umbauens vorgestellt. Mit exemplarischen Übungen am eigenen Leib lässt sich erfahren, wie Veränderung beginnen kann.

Leitung: Susanne Zimmermann (Gemeindepfarrerin und Team-Bauherrin) und Doris Ritter (Pfarrerin)

Treffpunkt: Erlöserkirche, Kirchgemeinde Mauenheim-Weidenpesch, Derfflingerstraße 9, 50737 Köln

© Gabriele Wilpers

WS 20 Textile Utopien Paramente für Weidenpesch: Experimentelle Arbeit der Werkstatt Darmstadt

Paramente sind die »Kleider Gottes«, die symbolhaft und meist in der jeweiligen Farbigkeit der Kirchenjahreszeit der Liturgie wechselnde Gewänder schenken. Immer sind es künstlerisch aufwendig gestaltete Werke. Immer Originale. Paramentik ist ebenso eine freie Kunstform, die einen Kirchenraum durch textile Interventionen neu akzentuiert und inszeniert. Im Workshop in der neuen Erlöserkirche in Köln-Weidenpesch (2022), der »Hauskirche 3.0« von Harris + Kurrle Architekten (Stuttgart), werden ein neues Kanzelparament und eine experimentelle Rauminszenierung vorgestellt. Anhand dieser Stücke werden die vielfältigen Möglichkeiten der Paramentik für die Gestaltung von Kirchenräumen und Gottesdiensten gezeigt und diskutiert.

Leitung: Claudia Breinl (Marburg), Gabriele Wilpers (Raumkünstlerin, Essen) und Marie-Luise Frey (Paramentikerin, Guntersblum)

Treffpunkt: Erlöserkirche, Kirchgemeinde Mauenheim-Weidenpesch, Derfflingerstraße 9, 50737 Köln

© Cassander Eeftinck Schattenkerk

WS 21 Missionarisch durch den Verzicht auf Mission

Gegenwärtigkeit und Leere als ästhetischer, pastoraler und geistlicher Stil. In der Kunst-Station Sankt Peter genießen Gegenwartskunst und Neue Musik bedingungslose Gastfreiheit. Neben Ausstellungen und Konzerten prägen drei Kunstwerke die ästhetische und geistliche Dynamik des Kirchenraums: Die »Kreuzigung Petri« (1640) von Peter Paul Rubens (1577–1640), die umstrittene Altarskulptur »Gurutz-Aldare« (2000) von Eduardo Chillida (1924–2002) und »Grauer Spiegel« (2018) von Gerhard Richter (*1932). Anhand der bildnerischen und temporären musikalischen Gewandung des Raumes werden dessen Aussage und Wirkung, ihre Grenzen und Möglichkeiten im Kontext missionarischer Wirkung beispielhaft diskutiert und erörtert.

Leitung: Pater Stephan Kessler SJ

Treffpunkt: Jesuitenkirche Sankt Peter Köln, KunstStation St. Peter, Jabachstraße 1, 50676 Köln (Eingang: Leonhard-Tietz-Straße 6)

© Hans Jürgen Landes

WS 22 Ortsverlust als Chance begreifen und gestalten – Sakralraumtransformation als interaktiver Prozess

Der Workshop beleuchtet Erfahrungen und Perspektiven der interdisziplinären Forschungsgruppe »Transara« zur »Sakralraumtransformation« in Deutschland in Zusammenarbeit mehrerer Universitäten der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und gibt Einblicke in die Vorgehensweise der Forschungsgruppe anhand dieses Projekts. Dabei werden die Teilnehmenden in die Kriterienfindung einbezogen, indem es nicht nur um die Transformation des Gebäudes geht, sondern auch um die Entwicklungsprozesse der handelnden Personen und die Auswirkungen auf den Sozialraum. Die beiden Untersuchungsräume Aachen und Leipzig ermöglichen einen Vergleich zwischen Regionen mit unterschiedlichen konfessionellen Prägungen, Ost und West, städtischen und ländlichen Räumen.

Leitung: Prof. em. Dr. Albert Gerhards (Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Bonn) Prof. Dr. Stefanie Lieb (Kunsthistorisches Institut der Universität zu Köln), Dr. Kerstin Menzel (Institut für Praktische Theologie der Universität Leipzig)

Treffpunkt: wird bekannt gegeben

© Martin Bock

WS 23 Macht, Gift und Chancen der Bilder

Der Kölner Dom, seine antijüdischen Artefakte und das Projekt eines neuen Kunstwerkes. Erst seit wenigen Jahren wird öffentlich wahrgenommen, dass der Kölner Dom antijüdische Artefakte aus Mittelalter und Neuzeit – Darstellungen wie die »Judensau«, der Hl. Werner von Bacherach (1271–1287) sowie auf dem »Kinder-Fenster« (1960-1965, Bernhard Kloss) – birgt. Im Rahmen des Festjahres »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« hat das Domkapitel die Initiative zu einem neuen Kunstwerk ergriffen, das das Verhältnis von Juden und Christen vom heutigen Standpunkt des christlich-jüdischen Dialoges darstellen soll. In einer interreligiösen Projektgruppe wird ein Weg erarbeitet, Künstler:innen für ein solches Kunstwerk zu gewinnen.

Leitung: Dr. Martin Bock, Peter Füssenich (Dombaumeister) und Harald Schlüter (stellv. Leiter des Domforums Köln) 

Treffpunkt: wird bekannt gegeben

© Mario Haunhorst

WS 24 Frohe Botschaft in neuem Licht

Wie kann die hochentwickelte Beleuchtungstechnik, wie sie bei Rockkonzerten, in Shows etc. vielfältig wirksam eingesetzt wird, auch als »Lichtinstrument« für liturgische Gestaltungen, kirchenmusikalische Veranstaltungen oder neue Citykirchenformate so genutzt und gestaltet werden, dass die Verkündigungen der frohen Botschaft in alten und neuen Kirchenräumen dramaturgisch und inszenatorisch adäquat flankiert wird? Der Workshop stellt Kirchenräume als Räume für das Licht und die Architektur mancher Kirchen als eine gebaute Theologie aus Licht vor. Mit dezidierten Impulsen, biblischen Textbezügen und ausgewählter Technik schärft der Workshop den Blick für die Wahrnehmung von Licht und die bewusste Gestaltung durch Licht im Kirchenraum.

Leitung: Mario Haunhorst (Glas- und Lichtarchitekt und -choreograph, Osnabrück)

Treffpunkt: Trinitatiskirche, großer Kirchensaal, Filzengraben 6, 50676 Köln

Treffpunkte werden noch bekannt gegeben

Workshops

  1. Baustelle Theologie – Werkzeugkasten Architektur?
  2. Künstlerische Impulse für den Kirchenraum
  3. Der Architekturpreis der EKiR als Beispiel für die Umsetzung von »Mut baut Zukunft«
  4. Neuer Wind in alten Mauern. Erfolgreiche Modelle der Partnerschaft mit Unternehmern
  5. Erfolgsgeschichte Ökumenische Partnerschaften
  6. Prozesswege – Umnutzungskonzepte für Kirchengebäude und ihre Quartiere
  7. Soziale Präsenz im Quartier
  8. Kommt Kirche ohne Räume aus?
  9. Wohnungsbau finanziert Kirche
  10. Vom Spiel zur gebauten Form – Kirchenbau von A-Z
  11. Erfolgsgeschichte AntoniterQuartier – von der Idee bis zur gelungenen Umsetzung
  12. Prinzipalien Raum Identiät – wie im Dialog Neues entsteht
  13. Architekturwettbewerbe als Möglichkeit einer partizipativen Ideenfindung
  14. Kirchen vermitteln³
  15. Dorfkirchenvision FriedO hybrid. Regional zusammenarbeiten und teilen
  16. RUACH.Atem.Wind.Geist – ein Kunstprojekt der Evangelischen Kirche im Rheinland 2022
  17. Sakraler Raum oder Gemeinschaftsort- wie wandeln sich kirchliche Räume?
  18. Orgelneubau
  19. Kirche neu denken – Wandel mutig im Team gestalten
  20. Textile Utopien- Paramente für Weidenpesch: Experimentelle Arbeit der Werkstatt Darmstadt
  21. Missionarisch durch den Verzicht auf Mission
  22. Ortsverlust als Chance begreifen und gestalten – Sakralraumtransformation als interaktiver Prozess.
  23. Macht, Gift und Chancen der Bilder
  24. Frohe Botschaft in neuem Licht

Anmeldung und Registrierung für den 30. Evangelischen Kirchbautag

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